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Equines Metabolisches Syndrom EMS

EMS - Equines metabolisches Syndrom

Pferde haben es nicht leicht mit uns Menschen.

 

Eigentlich sollte man doch meinen in der heutigen Zeit, also im 21. Jahrhundert, wären wir alle so weit aufgeklärt, dank jeglicher sozialer Medien, dass unsere Pferde in einem Rund-um-Sorglos-Paket gesund wie nie sein müssten.

Doch leider ist genau das Gegenteil der Fall. Während im 18.-20. Jahrhundert die Pferde hauptsächlich in der Landwirtschaft, Armee und im Transportwesen eingesetzt wurden, musste für eine arbeitssparende Futtermittelgewinnung und -lagerung gesorgt werden.

Vorrangig wurden Heu, Hafer und Häcksel gefüttert um den Erhaltungs- und Energiebedarf des Pferdes zu decken. Die Pferde mussten hart arbeiten und wurden entsprechend ihrer Natur als Lauf- und Bewegungstier beschäftigt.

Stoffwechselentgleisungen, wie sie in heutiger Form auftreten, gab es nicht.

In der freien Natur würde unser Vierbeiner bis zu 18 Stunden am Tag mit Nahrungsaufnahme verbringen bei fortwährender Bewegung.

Nun gut, die Landwirtschaft bedient sich heute monströser Zug- und Arbeitsmaschinen, die Armee bewegt sich zu Luft, Land und Wasser fort und im Transportwesen finden mittlerweile Gigaliner Einzug auf unseren Straßen.

Den Pferden bleibt nicht mehr wirklich viel Fläche um sich 18 Stunden fortzubewegen, weil der Mensch sich immer breiter machen muss um seinen Ansprüchen gerecht zu werden, also halten wir uns die lieben Pferde für Freizeit und Sport.

Allerdings sind bei den Sportpferden eher selten die Stoffwechselentgleisungen das Problem ihrer Erkrankungen, sondern körperliche Abnutzungen. Dafür steigt die Zahl der erkrankten Pferde im Freizeitbereich dramatisch an.

Allen voran das equine metabolische Syndrom (EMS).

 

Aber woher kommt dieser Umstand?

Wir versuchen doch alles Mögliche um unseren Pferden ein, so gut wie es geht, artgerechtes Leben zu ermöglichen. Wurden früher die Pferde in Ständer- und Boxenhaltung untergebracht stehen sie heute, Gott sei Dank, überwiegend in Offenstallhaltung. Aktiv- und Bewegungsställe sind der Renner. Rau- und Zusatzfuttermittel Fütterung erfolgt Zeitgesteuert und während der Sommermonate dürfen sie sich auf abgeweideten Wiesen den lieben langen Tag herumtollen. In den Wintermonaten stehen sie auf sogenannten Matschpaddocks mit Heuraufen und am besten noch 24 Stunden, sieben Tage lange.

Doch eine 24h Heufütterung ist bei vielen Pferden nicht empfehlenswert, wenn kein ausgleichendes Bewegungsprogramm geboten wird. Übermäßige Aufnahme von Rohfaser, also Heu und Stroh, kann auch zur Verfettung der Pferde führen.

Ein Überangebot an Kraftfuttermittel und Müslis für jedes Wehwechen am Pferd, für jede Leistungsklasse und Einsatzbereiche erschlägt die Pferdebesitzer und leider werden oft zwar gutgemeinte aber häufig laienhalte Empfehlungen von sogenannten Therapeuten und Stallkollegen ausgesprochen, die dem Pferd alles andere, aber nicht nutzbringend sind. 

So mancher Pferdebesitzer hört allerdings auch nur das, was er hören möchte. Vertraut lieber auf die Meinung von Dr. Facebook, Google und Co.

Gerade in den einschlägigen Facebook Gruppen werden Ratschläge erteilt, dass es einem die Haare zu Berge stellen kann.

Wie oft liest man Forderungen so mancher Pferdebesitzer an Stallbetreiber von 24/7 Heufütterung zzgl. Zusatzfuttermittelgabe und sieht dann diese Besitzer nur zwei, dreimal die Woche bei ihrem Pferd.

Gerne lassen wir uns einreden eine 24h Heufütterung entspricht einer Pferd- und artgerechten Haltung.

 

Adipositas ist bei Pferden heute schon lange keine Ausnahme mehr.

Wohlstand und Bequemlichkeit führen nicht nur in der Humanmedizin zu ernsthaften und meist selbstherbeigeführten Erkrankungen. Auch wenn unser Pferd im Offenstall steht, eine Dysbalance im Fütterungs- und Bewegungsverhältnis schützt es nicht vor Verfettung und damit einhergehender Stoffwechselentgleisungen.

Wie oft hört man „ach, EMS bekommen ja nur die Pony´s und Kleinpferderassen, ich habe ja ein Warmblut“.  Das wiederum allerdings ein Trugschluss ist. Selbst Vollblüter, die nicht entsprechend gearbeitet werden und einen täglichen Überschuss an Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten bekommen, können Adepoes werden und dies bis zum EMS mit der Folge von Hufrehe.  

 

Immer häufiger wird beim Pferd EMS diagnostiziert. Die Medizin ist sich allerdings noch nicht ganz einig woher die Ursachen nun genau kommen. Jedoch weiß man, dass sie vermehrt bei langfristiger energiereicher Fütterung auftritt. Leicht verdauliche Kohlenhydrate in Kombination mit zu viel Kraftfutter und zu wenig Bewegung.

Ich bin der Meinung, dass Pferde, die artgerecht gehalten, gefüttert und bewegt werden, über aktive Selbstheilungskräfte verfügen und sonst auch mit kurzfristigen Belastungen gut zurechtkommen. Allerdings ist Bewegung nicht gleich Bewegung. Oft unterliegen wir der irrationalen Einschätzung, unser Pferd steht doch im Offenstall und hat Bewegung genug. Aber in der Realität sieht dies leider etwas anders aus. Die Pferde stehen 24 h am Tag vor Heuraufen, oft mit Heunetzen aus kleinen Maschenweiten überzogen und zupfen mühsam Halm für Halm heraus. Im Sommer stehen sie auf abgefressenen Weiden und bevor es gar zu dick wird, bekommt es eine Fressbremse übergezogen.

Sportpferde sind anderen Belastungen ausgesetzt wie Senioren oder reine Freizeitpferde. Sie benötigen eine angepasste Fütterung. Wenn wir aufhören würden, unsere Zeit mit der Suche nach schlauen Futtermitteln und der Zubereitung dieser, zu verbringen und uns mehr auf die richtige Bewegung der Pferde konzentrieren würden, würden wir unseren Pferden einen großen Dienst erweisen.

Das Problem bei Stoffwechselentgleisungen ist dabei, dass kein Stoffwechsel über Schutzmechanismen gegenüber einem zu hohen Nahrungsangebot verfügt. Im Gegenteil. Pferde kommen eher mit einer Nahrungsknappheit als mit einer Überfütterung zurecht.

In unseren Breiten besteht heutzutage ein Nahrungsüberangebot vor allem bei Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten. Diese sorgen für den Speck auf den Rippen und zu Diabetes. Erscheint das Pferd leistungsschwach, greifen viele Besitzer fataler Weise oft vorschnell zu Zusatzfuttermitteln, die die Energie erhöhen soll.

Der Stoffwechsel der Pferde ist sehr komplex und bedarf großer Erfahrung und ein fundiertes Wissen um ihn zu verstehen und zum Wohle des Pferdes umsetzen zu können.

Leider ist oft festzustellen, dass das Zusammenspiel zwischen Energieumsatz, Muskelarbeit, Blutzuckerspiegel, Kortisol, Nebenniere, Hormone, Entgiftungsstoffwechsel, leicht und schwer verdauliche Kohlenhydrate, Einfach- und Mehrfachzucker, außer Acht gelassen werden.

Futterregeln, rote Listen (was nicht im Futter sein darf) und Futtermischungen werden entwickelt, Aussagen über Futtermengen und Futterinhaltsstoffe werden in Foren getroffen, die weder hilfreich noch sinnvoll sind. Der Beweis dafür ist sichtbar – das Problem EMS oder Fettleibigkeit nimmt auch heute noch stetig zu. (NaturalHorseCare)

Meist wird Zucker als der Übeltäter von EMS verantwortlich gemacht. Tatsächlich ist es aber so, dass ein langfristiges Überangebot an Zucker bzw. leicht verdaulicher Stärke eine Überlastung der Insulinresistenz hervorruft.

Die Hauptursache für die zunehmende Verfettung unserer Hauspferde ist eine Dysbalance im Fütterungs-Bewegungs-Management.

Kurz und gut, es wird zu viel gefüttert um das schlechte Gewissen zu beruhigen, weil man oftmals zu wenig Zeit für sein Pferd hat, und zu wenig bewegt.  Zudem wird oftmals noch zu lange gewartet, und die Pferde sind mitten in einer Endokrinen Störung wie dem EMS dem Adipositas vorausgeht.

Im veterinärmedizinischen Studium werden Stoffwechselprobleme wie Sommerekzem, EMS oder KPU kaum angesprochen und daher sind Tierärzte oft mit diesen Krankheiten etwas überfordert.

Die breite Masse der Freizeitpferde leidet zunehmend unter den Folgen von Überernährung und Bewegungsmangel (ich kann es nicht oft genug schreiben).

 Die Futtermittelhersteller versprechen Müslis oder Futterzusätze für jedes Problem, was aber in der Praxis die Symptome nur selten verbessert.  Sind die Haltungs- und Fütterungsbedingungen nicht auf das jeweilige Pferd und seinem Einsatzzweck abgestimmt, schleichen sich über die Jahre Stoffwechselerkrankungen ein. Probleme im Huf- und Bewegungsapparat sowie Verhaltensauffälligkeiten entstehen, die für den Reiter und das Pferd ausgewachsene Probleme darstellen können.

War man früher noch der Meinung, dass Fett ein reiner Energiespeicher ist, weiß man heute, dass Fettgewebe eine Quelle verschiedener Hormone darstellt. Adipokine

Adipokine nennt man Botenstoffe, die aus dem Fettgewebe in die Blutbahn freigesetzt werden. Es fungiert als Verbindungsglied zwischen einem zu hohen Körpergewicht und der Insulinresistenz. 

 

Was genau ist nun EMS?

 

Das „equine metabolische Syndrom“ ist ein Symptomenkomplex, der sich aus verschiedenen metabolischen Abnormalitäten zusammensetzt, in denen folgende Faktoren eingeschlossen sind:

 

-          Regionale oder generelle Adipositas

 

-          Insulinresistenz

 

-          Klinische oder subklinische Hufrehe  (Meyer-Coenen)

 

 

Leider wollen viele Pferdebesitzer aber gar nicht erkennen, dass ihre Pferde etwas zu „rund“ sind. Im Gegenteil, erscheint es zu dünn, wird sofort alles Mögliche an Zusatzfuttermitteln angeschleppt um dem Pferd möglichst schnell wieder etwas auf die Rippen aufzufüttern und die Heumengen erhöht. Allerdings, wenn das Pferd zu dick ist, wird sein Bewegungsapparat einer ständigen Überlastung durch das Übergewicht ausgesetzt. Nicht nur, dass hierdurch die Energiebilanz im Körper des Pferdes durcheinandergerät, beim Menschen spricht man hier von Herz-Kreislauf-Problemen, auch die Sehnen, Bänder und Knochen leiden unter zu viel auf den Rippen. Zu den häufigsten Ursachen von chronischer Hufrehe zählen Krankheiten wie EMS und ECS. Ist das Pferd erst mal in die Insulinresistenz (Diabetes) gerutscht, kommt es zu Anflutungen von großen Insulinmengen im Blut.

Auch Cortisol als Stresshormon bekannt, wird vermehrt ausgeschüttet und bestimmte Fettgewebshormone fördern die Ausbildung einer Blutüberzuckerung mit einer erhöhten Insulinausschüttung. 

Ob Euer Pferd nun Anzeichen von EMS hat, erkennt Ihr deutlich an Fettansätzen zum Beispiel am Mähnenkamm, im Schulterbereich, bei Wallachen sieht man dies deutlich auch am Schlauch, an der Oberseite der Kruppe oder auf einem kleinen Hügel oberhalb des Schweifansatzes. Das allgemeine Bild des Pferdes sollte von guter Muskulatur zeugen aber nicht von Fettpolstern.

Bei der Entstehung von Entzündungsprozessen sind sogenannte Zytokine als Botenstoffe beteiligt, die vom Fettgewebe produziert werden.

Diese Fettpolster müssen zurückentwickelt werden durch entsprechender Bewegung und schnellstmöglicher Futterumstellung. Leidet das Pferd langfristig an einer Störung des Zuckerstoffwechsels, den man an einem erhöhten Nüchterninsulinspiegel im Blutplasma feststellen kann, verlagert sich das Hufreheproblem in den endokrinologischen Bereich. 

Am Mähnenkamm ist ein deutlicher Fettdepotansatz zu sehen, ebenfalls an der Kruppe. 

 Bei ECS wird oft vorschnell mit Pergolid gearbeitet, aber bei EMS stehen nicht wirklich Medikamente zur Verfügung.

Ist Euer Pferd nicht sportlich engagiert, ist eine klassische Müslifütterung nicht wirklich angebracht. Zu den größten Stärke- und somit Energielieferanten zählen Gerste und Mais. Gerste enthält etwa 60 Prozent Stärke, Mais sogar bis zu 70 Prozent. Hafer hingegen enthält nur etwa 45 Prozent Stärke, hochwertiges Fett und reichlich Fasern. Hafer kurbelt seit je her die Leistungsbereitschaft und die Bewegungsfreude des Pferdes an. Natürlich fürchten sich viele Besitzer davor, wenn sie ihrem Pferd Hafer zufüttern, dass es dann „zu schnell“ werden könnte.

Aber wie bereits erwähnt, ein Pferd, dass in der Woche nur unregelmäßig bewegt wird und am Wochenende einen ein- oder zwei Stunden Ausritt absolvieren muss, ist kein Hochleistungssportler der mit zusätzlicher Energie versorgt werden muss, außer der, die ihm das Heu bereits liefert.

Während Stärke hauptsächlich von körpereigenen Enzymen in die Einfachzucker zerlegt wird, ist ein Abbau der Zellulose nur durch Enzyme der Darmbakterien möglich. Und Stärke besteht aus einzelnen Glucosemolekülen. Rechnet man nun ein Kilogramm Gerste für die Fütterung so erhält ein Pferd damit 600g Traubenzucker am Tag. Und dieser muss in den Stoffwechsel durch Insulin oder Bewegung eingeschleust werden.

Insulin ist dafür zuständig den Blutzucker durch Transport in das Gewebe zu organisieren. Allerdings kann Insulin schnell überfordert werden, wenn zu viel Zucker direkt aus dem Weidegras oder aus stärkereichen Futtermitteln in die Verdauung gelangt. Gras bildet aus Kohlendioxid, Wasser und Energie Glucose und diesen Vorgang nennt man Photosynthese.

Ohne sich groß anstrengen zu müssen können Pferde innerhalb von zwei Stunden am Tag locker zehn Kilo Weidegras zu sich nehmen. Rechnet man nun einen Trockensubstanzgehalt von etwa 20 Prozent entspricht dies einem Energiegehalt von ca. 1,6 Kilogramm Hafer in dem wiederum zehn Prozent reiner Zucker enthalten sind. Also bekommt das Pferd ungefähr ein halbes Päckchen Würfelzucker in diesen zwei Stunden.

Viele Besitzer denken, auf abgegrasten Weiden wäre dem nicht der Fall. Irrtum, Pferde sind Spezialisten was die Futterbeschaffung betrifft.

Der beste Weg Zucker insulinunabhängig aus dem Blut zu befördern ist Bewegung. Allerdings ist hier nicht der tägliche einstündige Schrittausritt gemeint. Ausreichende Trab- und Galoppphasen aktivieren den Stoffwechsel.

Grassamen und Müslis enthalten Fette in Form von Ölen. Öl enthält ungefähr 9000 Kilokalorien pro Liter, also rund 39 Megajoule. Wenn wir nun unserem Pferd täglich einen Schuss Leinöl mit 100 Milliliter pro Tag verfüttern, liefern wir ihm satte 4 Megajoule was ungefähr 300g Hafer entspricht. Und wenn dies nun dauerhaft in Kombination mit Müslis füttern, kann auch Leinöl zu einem Dickmacher werden. 

 Feuchte Müslisorten müssen mit klassischen Konservierungsstoffen wie ätherischen Ölen, BHT oder Calciumpropinat haltbar gemacht werden. Zudem werden sie mit Zuckerersatzstoffen und Aromastoffen versetzt um es den Pferden schmackhafter zu machen. Allerdings müssen sämtliche dieser Stoffe über die Leber verstoffwechselt werden. Das Problem bei EMS-Pferden ist, dass die Leber aber meist schon extrem belastet ist und diese aber das Schlüsselorgan zur Lösung des Problems ist. Daher sollte bei EMS belasteten Pferden unter diesen Gesichtspunkten kritisch hinterfragt werden, ob spezielle Diätfuttermittel wirklich sein müssen.

 

Wichtig, für an EMS erkrankte Pferde, ein sofortiges Fütterungs- und Bewegungsprogramm umzusetzen. Allerdings sollte auch berücksichtigt werden, dass das abspecken langsam und nicht radikal durchgeführt wird. Wichtige Nähr- und Wirkstoffe müssen trotz allem zugefüttert werden. Die Nahrungsmenge muss an den Energiebedarf angepasst werden um eine Übersäuerung des Dickdarms zu vermeiden. Bei Pferden, die an EMS leiden oder der Gefahr der Hufrehe ausgesetzt sind, muss unbedingt eine Überfütterung oder Futterentgleisung verhindert werden und eine rohfaserreiche Futterration mit Heu- und Strohanteilen sind hier sehr sinnvoll. Braucht das Pferd trotz allem einen hohen Kraftfutterbedarf so kann ein Teil der Getreideration mit Ölen und Faserstoffen wie Kleie oder Rübenschnitzel entlastet und auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden.

 

Am besten wäre für die Diätmaßnahme natürlich gewaschenes Heu und aufgeweichte unmelassierte Rübenschnitzel. Das Heu sollte mindestens eine halbe bis einer Stunde gewässert werden, optimal wäre hier lauwarmes Wasser, und wenn dies im Winter wegen Frost nicht möglich ist, kann man einen Teil der Heuration durch unmelassierte Rübenschnitzel ersetzen.

 

Absolut zu vermeiden sind Silagefütterung, Weidegang, also frisches Gras, Getreide und Ergänzungsfutter in Form von Müsli´s sowie Karotten, Bananen und Äpfel

 

Bei Silagefütterung kommt eine zusätzliche Übersäuerung und Histaminbelastung hinzu und bei frischem Gras eine unkalkulierbare Aufnahme von hohen Zuckermengen, ebenso bei Karotten und Äpfel.

 

Diese Diätmaßnahmen sind ein Notfallprogramm und sollten auf alle Fälle eingehalten werden. Eine geregelte Körperfettreduktion zur Senkung der Insulinproduktion und Vermeidung von Hufrehe ist essentiell wichtig für Euer Pferd mit EMS.

 

Ein Pony mit 500kg sollte am Tag nicht mehr als 5kg Heu erhalten. Normalerweise sagt man, sollte ein Pferd 1,5% des Körpergewichts als Minimum an Heu am Tag erhalten. Aber im Diätprogramm soll die Menge am Zielkörpergewicht bemessen werden. Das Alter oder Aussehen des Heu´s hat hier keinen Einfluss auf den Zucker- und Kaloriengehalt. Und wird dem Pferd eine Fressbremse aufgesetzt, setzt man es einem unnötigen Stressfaktor aus, der wiederum die Cortisolproduktion erhöht. Daher, wie schon öfter erwähnt, Bewegung, Bewegung, Bewegung…..

 

Im Gegensatz zum Menschen sind Pferde auf eine langsame Aufnahme von Kohlenhydraten trainiert. Dies ist ein Grund, warum die Regulation des Blutzuckerspiegels, im Normalfall, keine auffälligen Belastungsspitzen kennt. Wenn ein gesundes Pferd sein Futter frisst, steigt nach der Verdauung, durch die Aufnahme von Zucker, Stärke, Pektin und Cellulose, der Blutzuckerspiegel an. Zucker und Stärke werden sehr schnell im Dünndarm aufgeschlossen während Pektin und Cellulose die Verdauung etwas länger dauert, da sie mit Hilfe von Mikroorganismen im Dickdarm stattfindet.  Daher kommen diese Zuckermoleküle eher langsam ins Blut. Wenn der Blutzuckerspiegel ansteigt, schütter die Bauchspeicheldrüse, also der Pankreas, Insulin aus. Diese werden an spezielle Rezeptoren von den Leber- und Muskelzellen gebunden.

 

Das heißt, die Leberzellen nehmen den Zucker auf, wandeln ihn in die Speicherform Glycogen um und wenn dieser Glycogenspeicher voll ist, auch in Fett, das dann im Fettgewebe eingelagert wird. Wird Zucker als Energielieferant verbraucht, durch körperliche Arbeit, so sinkt der Gehalt an Zucker und Glycogen im Muskel.

 

Bei einem bereits Adepösen Pferd, aufgrund des Überangebots an Futter, wachsen die Fettzellen stark an, produzieren immer mehr Fettgewebshormone und stören so die ausgeglichene „Kommunikation“ der stoffwechselregulierenden Vorgänge. Die Botenstoffe der Fettgewebshormone sind teilweise auch an Entzündungen beteiligt. Und je mehr diese Fettzellen anwachsen, umso mehr Informationen senden diese Botenstoffe aus.

(Fortsetzung folgt)

 

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